Was krabbelt denn da? – Warum wir mehr Insekten essen sollten

 

Am vergangenen Wochenende gastierte die Food-Truck-Karawane auf dem Norder Marktplatz. Ein gelungenes Spektakel für alle, die kulinarisch an der Welt interessiert sind. Neben Klassikern aus der indischen, afrikanischen und mexikanischen Küche (mhhhh, Burritos) gab es auch sehr ausgefallene Gerichte zu probieren. Neben Krokodil- (schmeckt wie eine köstliche Mischung aus Huhn und Fisch) und Kängurufleisch (erinnert an Rindfleisch) auf Burgern gab es auch die „Dschungelcamp-Cuisine“ zu kosten: Mehlwürmer, Grillen und Heuschrecken. Frittiert aus der Pfanne.

Die Redakteurin probierte mutig die gesamte Palette und fand: Als Snack gar nicht schlecht! Knusprig, leicht nussig und die Heuschrecke sogar fast ein bisschen süß. Allerdings muss mächtig gewürzt werden. So pur sind die kleinen Biester geschmacklich relativ unspektakulär.

Während Insekten im asiatischen Raum einfach traditionell zur Küche dazu gehören, fristen sie in unseren Kreisen immer noch ein Nischen-Dasein und der Verzehr gilt eher als Mutprobe, denn als kulinarische Entscheidung. Schade. Denn Insekten sind reich an hochwertigem Eiweiß. Was das angeht, stehen sie beispielsweise Rindfleisch in nichts nach. Und fettarm sind sie außerdem. Zusätzlich enthalten sie eine Menge wichtiger Vitamine und Mineralstoffe, wie beispielsweise Kalzium und Eisen. Ernährungsphysiologisch sind Insekten also gar nicht zu verachten. Auch ökologisch gesehen ist die Insektenzucht der Fleischerzeugung vorzuziehen. Sie verbrauchen weniger Wasser, benötigen kaum Platz und während der Zucht entstehen weitaus weniger Treibhausgase oder Ammoniak. Allerdings benötigen Insekten auch hochwertiges Futter, um wachsen und gedeihen zu können, und das will ja auch angebaut sein.

Die kulinarische Verwendbarkeit von Insekten ist vielfältig. Man kann sie leicht zu süßen oder herzhaften Snacks verarbeiten, in dem man sie beispielsweise schokoliert oder vor dem Frittieren mariniert. Außerdem können sie Bestandteil eines Hauptgerichts werden, wenn man sie wie Garnelen oder Krabben behandelt. Und wenn man es genau nehmen möchte, sind das ja die Krabbeltiere des Meeres. Wer sich also noch nicht getraut hat...Augen zu und durch. Es lohnt sich...

 

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